Therm-a-Rest    -      Tranquilty 4

Therm a rest - Tranquility 4
Tranquility 4

Unser Zelt - Das Tranquility 4 von Therm a rest

Da überlegt man hin und her und schaut, womit andere Reisende unterwegs sind. Auf Anhieb gefällt uns nichts so richtig. Entweder sind die Teile so teuer, dass man davon auch schon fast ein Hotel kaufen könnte oder sie sind zu klein, zu niedrig oder einfach zu kompliziert aufzubauen. Und das ist nichts für Uta.

Nach langer Suche und einem Hin-und-Her haben wir uns nicht für das Vaude Chapel, sondern das Tranquilty 4 von Therm a rest entschieden. Insgesamt machen Produkte dieser Firma ja einen guten Eindruck und mit der Isomatte und den Schlafsäcken sind wir (zum Teil) auch sehr zufrieden.  Vorweg: Das Teil ist verpackt eigentlich zu groß und wiegt um die 5 KG. Es wird in einem praktischen Tragerucksack geliefert. Wir haben es mit selbstgesbastelten Zurrgurten stark verkleinert und so einigermaßen transportfähig gemacht. Aber es gibt auch "Unschönes" - dazu kommen wir später.
Absolut empfehlenstwert und (eigentlich) ein Muss ist das separat erhältliche Footprint! Die Plane, die unter das Zelt gelegt wird, um Feuchtigkeit zu vermeiden.

Der Aufbau

Also, das hat Therm a rest wirklich vorzüglich hinbekommen. Die Gestänge und das Zelt machen wirklich einen prima Eindruck. Zur Unterstüzung beim Aufbau wurden unterschiedliche Farben beim Gestänge verwendet, was die ganze Angelegenheit zu einem Kinderspiel werden lässt. Hat man den Dreh raus dauert der Aufbau nur wenige Minuten und das Zelt steht stabil an einem Ort. Ein kleines Vorzelt vermisst man, das war aber vorher klar. Das Zelt ist von innen schön groß und lässt genügend Platz für 2 Personen und viel Weltreise Equipment.  Diverse Ablageflächen (Taschen) machen Sinn und sind gut durchdacht.

Eine kleine Abstellmöglichkeit für Stiefel/Schuhe ist ausserhalb des Zeltes vorhanden. Die beiden runden Ausgänge sind einigermaßen gut zu öffnen und mit Mositonetzen bestückt, so dass man einen guten Durchzug erzeugen kann.
Der Abbau geht im Übrigen auch sehr schnell und das Zelt lässt sich komfortabel und ohne große Aktion verstauen.

Praxischeck

Das Tranquility 4
Platz für Stiefel

Auf unserer Baltikum Reise musste sich das Therm a rest Zelt nun bewähren. Das Packmaß ist wie gesagt etwas groß, gestört hat uns das im Endeffekt nicht. Toll ist wirklich der enorm schnelle Aufbau. Das kennt ja jeder Reisende: Du kommst kaputt irgendwo an und willst so schnell es irgendwie geht dein "Häuschen" aufbauen. Wir finden das gelingt mit dem Tranquility optimal. Es ist ein saugemütliches Zelt, in dem wir uns richtig wohl fühlen. Muss man allerdings nachts z.B. zum Pinkeln aus dem Zelt klettern, empfinden wir die runden Öffnungen als nicht optimal, man muss sich doch etwas verrenken, um nicht über den Kopf des anderen zu stolpern. Aber: es ist halt ein Zelt...
Im Verlauf der Reise kam es auch noch, wie es kommen musste - An einem Tag  gab es einen Monsterguss. Sigulda in Lettland wurde komplett nass geregnet. So auch unser Zelt. Wir können berichten, dass das Tranquility große Wassermengen verträgt, ohne etwas ins Innere durchzulassen. Puh, das ist gut und wichtig. Wie sich das Teil bei Wind/Sturm verhält (es ist ein relativ hohes Zelt in dem man sich bequem an- und ausziehen kann - natürlich im Sitzen ;-)) können wir leider noch nicht beurteilen.
Klingt alles ganz gut, oder? -  Hier kommt leider ein dicker, fetter Nachteil!

Nachteil & Kundendienst

Das Überzelt des Tranquility geht nicht bis zum Boden (siehe Foto unten). Das bedeutet, ein Teil des Zeltes besteht nur aus einer Schicht. Daraus resultiert Kondensat und das ist echter Mist. Die Zeltwände (innen) waren während unserer Tour, bei bestem Wetter, morgens nass. Eben an denen Stellen, wo es nur eine Zeltplane gibt. Dementsprechend war auch der Schlafsack klitschnass, sobald er die Zeltwand berührte. Jeden morgen. Wir halten das für einen Konstruktionsfehler. Ein ständig nasser Daunenschlafsack - das nervt!

Ich schrieb nun den Kundendienst von Therm a rest in den USA an. Per Mail und via Facebook.  Erst bekam ich wochenlang keine Antwort, dann eine die sich gar nicht auf meine Anmerkungen bezog und dann eine weitere, die mich an den Kundendienst in Irland verwies.  Meine erste Mail wurde nicht beantwortet. Beim zweiten Versuch erhielt ich wiederum eine Antwort, die sich gar nicht mit meiner Fragestellung auseinandersetzte.  "Ich sollte das defekte Zelt zur Reparatur nach Irland senden..." Hä? Was n das für n Quatsch?! Das Zelt ist nicht defekt, sondern ihr habt das so konstruiert! Die dritte Mail blieb unbeantwortet. Auch meine Frage bezüglich des Schlafsacks blieb gänzlich unbeantwortet.
Das hätte ich nie von Therm a rest gedacht - hier hätte ich wirklich auf mehr Affinität zu (Welt-) Reisenden gehofft. Der Service von Therm a rest  ist eine echte Enttäuschung für uns.

Globetrotter: Hier haben wir das Zelt gekauft und die sagten gleich, wir könnten das Zelt an sie zurück senden. Das finden wir gut, überlegen aber noch, ob wir selbst eine Lösung (durch Verlängerung der Seitenteile) herstellen können.

Das Tranquilty 4 kostet normal um die 550,- Euro - ist aber z.zt. für um die 380,- Euro neu erhältlich.
Das Footprint schlägt im Angebot mit ca. 40,- Euro zu Buche

Die Seitenteile des Überzeltes müssten bis auf den Boden reichen - dann wäre alles gut!
Die Seitenteile des Überzeltes müssten bis auf den Boden reichen - dann wäre alles gut!

Man kann auch nur das Überzelt aufbauen. Ein schöne, luftige Alternative.


Tranquility 4 - Zelt



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